Die Deutschen Baumschulen

Eine leistungsfähige und exportstarke Branche

 

Anbau

 

Die Baumschulwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftszweig im deutschen Gartenbau. Die Unternehmen erwirtschaften jährlich einen Produktionswert von etwa 1,1 Mrd. €. Dies sind fast 20 % des Produktionswertes, die für die Erzeugung der gesamten Garten- und Obstbauprodukte (5,6 Mrd. €) erwirtschaftet werden. In Deutschland wurden 2008 über 22.500 ha als Baumschulflächen genutzt, um dort qualitativ hochwertige Pflanzen zu kultivieren. Damit werden rund 10 % der Anbaufläche des Gartenbaus durch die Baumschulen bewirtschaftet.

 

 

 

 

In 3.035 Baumschulbetrieben werden die verschiedensten Arten von Laub- und Nadelgehölzen vermehrt und aufgezogen. Dazu gehören Allee- und Parkbäume, Blüten- und Obstgehölze, Ziersträucher, Bodendecker, Rosen sowie Hecken- und Kletterpflanzen. Die Baumschulerzeugnisse erfreuen den Menschen insbesondere mit den vielfältigen Farben und Formen, die diese Produkte zu jeder Jahreszeit attraktiv machen. Ob grün oder bunt, Pflanzen sind für das menschliche Wohlbefinden unersetzlich. Die größten deutschen Anbaugebiete findet man in Norddeutschland, in Niedersachen und Schleswig-Holstein. Dann folgen Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg.

 

 

 

Struktur

 

Die meisten Baumschulbetriebe werden noch als Familienunternehmen geführt, die teilweise auf eine sehr lange Tradition verweisen können. Das Kultivieren von Bäumen und Sträuchern benötigt sehr viel Zeit, Erfahrung und fachliches Können. Über 1.400 junge Menschen werden in dem Ausbildungsberuf Gärtner/in in Baumschulunternehmen ausgebildet.

 

 

In den deutschen Betrieben kommt insbesondere aber auch das Know-how von spezialisierten Gartenbaumeistern, Gartenbautechnikern und Gartenbauingenieuren zum Einsatz, die dafür sorgen, dass die Baumschulunternehmen leistungsfähig sind. Dies wird auch durch die eingesetzten Maschinen und Geräte sowie durch die guten Anbau- und Anzuchtmethoden erreicht, welche auf dem aktuellsten Stand sind. Technische und fachliche Innovationen kommen in den deutschen Baumschulen zum Einsatz. Sie dienen nicht nur der Produktivitätssteigerung, sondern auch der Umwelt und dem Naturschutz. So sind z.B. geschlossene Bewässerungssysteme oder Geräte zur mechanischen Unkrautbekämpfung im Einsatz. Stetig verbesserte Versandtechniken und Versandmaterialien gewährleisten, dass die Gehölze unbeschadet und ohne Qualitätsverlust an ihrem Bestimmungsort ankommen.

 

 

 

Pflanzengesundheit und Pflanzenqualität

 

Die Pflanzengesundheit hat eine bedeutende Rolle bei der Ein- und Ausfuhr von Pflanzen. Zur Sicherstellung der Pflanzengesundheits- und Qualitätsstandards der Europäischen Union werden die Baumschulbetriebe vom amtlichen Pflanzenschutzdienst registriert und ihre Bestände regelmäßig überwacht. Sie sind zu innerbetrieblichen Kontrollen von Pflanzen und Vermehrungsmaterial im Hinblick auf Qualität, Gesundheit und Sortenidentität verpflichtet. Zusätzlich existiert für Kern- und Steinobstarten in Deutschland ein amtliches Zertifizierungssystem für besonders hochwertiges, virusgetestetes und sortengeprüftes Pflanzenmaterial. Beim Verbringen von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen in der EU bestätigt der Pflanzenpass die Freiheit der Ware von Quarantäneschadorganismen und die Einhaltung der Qualitätsanforderungen. Für die Ausfuhr in Nicht-EU-Staaten stellt der amtliche Pflanzenschutzdienst ein Pflanzengesundheitszeugnis aus, wenn die pflanzengesundheitlichen Einfuhrvorschriften des Importlandes erfüllt sind. Durch eine enge Zusammenarbeit von amtlichem Pflanzenschutzdiensten und Baumschulbetrieben wird den pflanzengesundheitlichen Erfordernissen jeder Pflanzenart von Kulturbeginn an Rechnung getragen.

Darüber hinaus unternehmen die Baumschulen zusätzliche Anstrengungen zur Sicherung von Gesundheit und Sortenidentität, die in den Prüfungskriterien der deutschen Markenbaumschulen festgelegt sind. Wissenschaftlich erarbeitete Regelwerke dienen der Festlegung und Sicherung der Qualität von Baumschulpflanzen. Die Gehölzanzucht unter den in Deutschland herrschenden Klimabedingungen ermöglicht eine Pflanzung der hier kultivierten Gehölze im gesamteuropäischen Raum, da diese ausreichend abgehärtet und ausgereift sind, um sich am Endstandort erfolgreich weiter zu entwickeln.

 

Export


Die Baumschulunternehmen produzieren nicht nur für den einheimischen Markt, sondern auch für den Export, der in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2008 lebende Pflanzen und Waren des Blumenhandels im Wert von fast 530 Mio. Euro exportiert. Davon betrugen die Ausfuhren für Baumschulerzeugnisse über 133 Mio. Euro. Dies sind rund 25 % der gesamten Exporte für den Sektor lebende Pflanzen und Waren des Blumenhandels.

 

 

Die Erzeugung qualitativ hochwertiger Pflanzen ist ein wichtiger Faktor, um über Jahrzehnte am nationalen und internationalen Markt bestehen zu können. Die deutschen Unternehmen gehören im internationalen Vergleich mit zu den modernsten Baumschulbetrieben der Welt. Zu den Hauptabnehmerländern deutscher Baumschulerzeugnisse gehören z.B. die Alpenländer, Frankreich, die skandinavischen Länder, die Benelux-Staaten, Polen, Tschechien und Russland. Aber auch Länder wie die USA, China und die Staaten am Arabisch-Persischen Golf importieren deutsche Baumschulprodukte.

 

 

Exportreferenzen

 

Deutsche Baumschulgehölze werden in die ganze Welt exportiert. So stehen auf dem Champs-Élysées in Paris deutsche Alleebäume, wie auch auf dem Boulevard Kirchberg in Luxemburg, dem Zwetnoj Bulvar in Moskau und in der City von London. Über Referenzen, Sortimente, Verwendungsmöglichkeiten und Firmenkontake informiert Sie sehr gerne der

 

Bund Deutscher Baumschulen (BdB) e.V.

Bismarckstraße 49

25421 Pinneberg

Tel.: 04101 2059-0

Fax: 04101 2059-31

info(at)bund-deutscher-baumschulen.de



Quelle:

Herausgeber

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Deichmanns Aue 29

D- 53179 Bonn

www.bmelv-statistik.de/de/gartenbau

 

Ein Beitrag zum Aktionsplan Exportförderung des

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)